Des Pudels Kern


Vor knapp einem Jahr musste ich mich mit der offiziellen Diagnose “mittelschwere bis schwere Depressionen” auseinandesetzen. Lange hatte ich es geahnt und versucht es vor mir herzuschieben, um mich nicht bewusst mit den Ursachen konfrontieren zu müssen. Ich dachte, dass irgendwann wieder alles “normal” sein würde, wenn ich nur durchhalte. Wenn ich genug um mein Leben getrauert hätte. Also bestand mein Leben aus vielen Formen von Drogen. Angefangen bei Liebe und Aufmerksamkeit, über Alkohol und Zigaretten, hin zu kurzzeitig anderen Stoffen. Und ich hatte immer eine Begründung die auch andere nachvollziehen konnten oder vieleicht auch nur wollten. Denn wer gibt schon gern zu, wenn etwas entgleitet und man nur davor stehen kann oder sogar möchte?! Von Tag zu Tag hangelte ich mich. Stunde um Stunde vergingen in einer Traurigkeit gerahmt von Einsamkeit und Mutlosigkeit. Und niemand erkannte die Ausmaße, die all das annahm. Und auch wenn sie es gesehen hätten, was wäre anders gekommen? Viele Jahre redete ich von Hilfe, von der Tatsache es nicht allein zu schaffen. Doch dann kam wieder ein guter Tag – eine gute Woche, und es sah aus als würde alles besser werden. In der Zeit habe ich mein Studium durchgezogen und gegen viele Gegner gkämpft. Doch es kam der Tag, es kam die Zeit, in der ich mir noch fremder wurde als ich es mir eh schon war. Von mir war nichts mehr da. Kein Funke Hoffnung. Keine Kraft. Nichts was mich aufrecht hielt. Da wurde mir bewusst, dass es nur noch eine Chance gab dem zu entkommen und nicht noch mehr von mir durch unsinnig gerechtfertige “Selbsttherapien” zu verlieren. Nicht mein Leben, das ich mir aufgebaut hatte und für das ich die letzten Jahre versucht hatte zu kämpfen zu verlieren. Und da stand ich nun. Am Anfang von etwas Neuem. Am Anfang von meinem Leben das wirklich wieder mir gehören sollte.

 

Weiteres folgt.