Schlussteil

Die ganze Zeit frage ich mich schon, was das schlimmste nach den vielen Jahren ist. Warum es in meiner Seele keine Ruhe findet und mich vollends genießen lässt was ich habe. Diese Unruhe wenn ich an dich denke. Diese Wut wenn ich dein Gesicht vor mir sehe.

War es alles nur Einbildung? Ich dachte zu wissen wer du bist. Wie du denkst. Wie du fühlst. Wie du reagierst. Ich dachte zu wissen, dass du kein schlechter Mensch bist. Doch wie viel ist passiert das mich vom Gegenteil überzeugen sollte? Was habe ich alles gehört das mich an jeder Sekunde mit uns zweifeln lassen sollte? Denn das war nicht der Mensch den ich liebte. Aber liebte ich nun einfach einen anderen Menschen als dich, oder bist du einfach zu den Menschen anders die du nicht liebst? Aber zweites würde bedeuten, du hast damit recht schnell aufgehört – und ich habe es nicht wahr haben wollen.

Du hast mich belogen. Du hast mich betrogen. Du hast mich einfach nicht fair behandelt. Und das schlimmste ist, dass du es nicht einmal bemerkt hast. Im Gegenteil – kaum sehen wir uns nach langer Zeit wieder verletzt du mich erneut. Und das macht mich so unglaublich wütend. Es macht mich wütend, dass ich so naiv war die ganze Zeit an dich zu glauben. Zu denken, dass vieles nicht so gemeint war wie es gewirkt hat. Dass ich dich immer in Schutz genommen habe, da ich nicht wahrhaben wollte, dass du genau wusstest was du tatest. Und du musstest es wissen, denn ich sagte es dir jedes Mal wenn du mich wieder einmal quältest. Als du mir die Hoffnung gabst, dass uns wenigstens eine Freundschaft verbinden könnte. Und jedes Mal habe ich mich innerlich verkrampft um dir das Gefühl zu geben, dass meine Gefühle dem nicht im Weg stehen. Dir die Sicherheit zu geben, dass meine Liebe nicht auf eine gemeinsame Zukunft hinstrebt, sondern nur dich als Mensch nicht zu verlieren. Denn über die gesamte Zeit dachte ich, du wärst eine Person die mich ergänzt. Doch nun frage ich mich, ob du nicht eine Person bist, die mir einen Teil von mir gestohlen hat. Denn über so viele Jahre habe ich an dich geglaubt und dir vertraut. Bin jedem Widerwort entgegengetreten und habe nie den Jungen vergessen der mich anlächelte. Den Jungen, der mir sagte er liebe mich und würde mich nie allein lassen. Habe dir deine Taten und Worte verziehen die mich innerlich zerrissen haben. Und wer hat in der Zeit nicht an mir und meinen Überzeugungen gezweifelt? Nun wünschte ich mir ich hätte es ebenfalls getan. Hätte an mir gezweifelt. Hätte an dir gezweifelt. Hätte mich von dir abgewandt als es vielleicht einfacher gewesen wäre.

Nun sitze ich hier und habe all diese Worte geschrieben. All diese Gedanken formuliert die ich dachte nie denken zu müssen. Ich war jung und dachte das Schicksal hat mich zu einem Menschen geführt der mir nicht nur den Menschen zeigt der ich tief im Inneren bin, sondern der auch an meiner Seite wächst und genauso viel Erfüllung findet wie ich es tat – jedes Mal als ich in deine Augen sah. In den Momenten als ich dich lachen sah. Doch es ist alles anders gekommen und ich sage mir jedes Mal aufs Neue: „Ohne diesen Menschen und diese Entwicklungen hätte ich so viel nicht erlebt. So viele faszinierende und einfach unbeschreibliche Menschen nicht kennengelernt. So viel hätte ich nicht erleben dürfen. Ich hätte nie der Mensch werden dürfen der ich nun bin.“ Doch im gleichen Atemzug verfluche ich die Steine die es mir in den Weg gelegt hat. Die vielen Tränen die ich vergoss. Die Wut und Enttäuschung die sich in mir anstaute. Doch egal was geschieht werde ich mir nie untreu werden. Ich werde nie belügen, betrügen oder jemanden bloß stellen.

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